Interview mit Klaus Stein

Interview mit dem Künstler und Maler Klaus Stein,

geführt von Pierre Mathias

Klaus Stein und seine Frau haben ihre Klamotten gepackt, der Stadt Münster den Rücken gekehrt und sie haben sich in einem Dorf an der polnischen Grenze niedergelassen. War das der Wille einmal etwas ganz anderes zu erleben und sich mit der Natur auseinander zu setzen? So radikal wie in seinen Bildern, hat Klaus sich entschlossen, der westlichen Zivilisation den Rücken zu kehren. Aus Protest oder aus der Erkenntnis, dass sie in einer Sackgasse steckt? Es ist für ihn zu früh sich eine Meinung zu bilden, sehr wahrscheinlich wird sie eines Tages in seinen Bildern zum Ausdruck kommen. Hier zuerst seine ersten Eindrücke.

Was war der Grund für dich, dich  in eine sehr einsame Gegend niederzulassen?

Schwanensee

   Eigentlich wollte ich nach El Hierro, auf die Kanaren, nun bin ich im Osten, in Reicherskreuz gelandet. Vorrangig war es wohl der Wunsch nach Veränderung, mehr noch: Die Suche nach etwas Neuem, etwas grundsätzlich Anderem und nach etwas, das andere nicht tun, so wie ich regelmäßig gegen den Strom zu schwimmen. Der Osten zog mich immer schon an und jetzt erlebe ich ihn wie er wirklich ist und nicht aus den Medien, denen ich sowieso nicht traue. Und zu Recht, wie ich jetzt schon sagen kann. Continue reading

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KuKste – Kunst- und Kulturförderverein e.V. Steinheim

Interview mit Stefan Gessner, KuKste – Kunst- und Kulturförderverein e.V. Steinheim, geführt von Petra M. Jansen

Stefan, der Kunst-und Kulturförderverein Hanau ist enorm populär geworden und wächst über seine regionalen Grenzen hinaus. Festivalveranstalter, Bühne für Liveperformances und Bands. Sag mir ein wenig über deine Arbeit und den Verein. Wie fing es an, wer macht die Auswahl, das Booking, wie arbeitet ihr?

   Ja, Petra, das erste Booking war 1986 als das neue Druckhaus Steinheim als Sponsor auftreten wollte und Events gesucht hatte, danach kam lange nichts. 2012 haben wir KukSte gegründet und ich arbeitete unterstützend als Teil-Booker. Der Haupt-Booker ging aus beruflichen Gründen weg, ich hatte Zeit und habe somit das gesamte Booking übernommen.
Wir versuchen, eine breite Vielfalt in das Programm zu bekommen und wollen nicht, dass der Gewölbekeller den Touch nur e i n e s Genres bekommt, also eine gemischte Auswahl, vom Schlager über Metal, Cabaret bis Comedy ist alles dabei. Die Hauptgründe sind, dass wir damit ein breites Publikum ansprechen können und nicht jeder ist Metalfan oder hat jedes Wochenende Zeit, sein Geld zu verballern. Einmal im Monat würden wir die Leute gerne zu uns locken und ich denke, es gelingt uns ganz gut. In der Anfangszeit hatten wir fast nur regionale Bands und Künstler, derzeit sind es 70% überregional, z.B. auch aus London.

Wie zufrieden seid ihr mit der Besucherzahl und der bisherigen Resonanz? Continue reading

Blick in der „Küche“ eines Malers: Bernard Boissel

Der Brief von tool4spirit

Blick in der „Küche“ eines Malers: Bernard Boissel

Liebe Freunde,

keinem von uns ist eine Koch-Show im Fernsehen entgangen, auf allen Kanälen werden Rezepte verraten und vor der Kamera gezeigt, wie sie zu verwirklichen sind. Schön und gut, aber wir wetten, dass sie niemals genauso gut schmecken werden, wie im Restaurant des Meisters. Das Geheimnis: die Kunst kann sich nicht wiederholen, sie ist eng mit der Persönlichkeit des Schöpfers verbunden und die Individualität spielt dabei die erste Rolle. Das gilt nicht nur in der Küche sondern auch in allen Sparten der Kreativität, bestes Beispiel dafür ist der französische Maler Bernard Boissel. Wenn er mit einem Pinsel die Farbe auf die Leinwand aufträgt, ist dieser Vorgang eng mit seiner Art sich zu bewegen verbunden. Nur er kann sie beherrschen, es ist ihm angeboren.
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Interview mit Bernard Boissel

Der Maler Bernard Boissel zum Begriff Abstraktion

Bernard BoisselBernard Boissel ist 1947 in Neuilly sur Seine bei Paris geboren. Er lebte 12 Jahre in der französischen Hauptstadt, dann in Dijon, wo er an der École Nationale de Beaux-Arts Bildende Kunst studierte. 1969 verließ er Frankreich, um nach München zu kommen und dort an der Kunstakademie zu studieren.
In München hat er in den größten Einrichtungen der Landeshauptstadt ausgestellt: im Deutschen Museum, in der Rathaushalle, im Haus der Kunst, im Institut Français. Des Weiteren in Darmstadt, Düsseldorf, Nürnberg, Bad Oeynhausen, Ulm, Gauting.

Pierre Mathias:
Wie spiegelt sich der Alltag in Ihren Bildern wider?

Bernard Boissel:
   Nicht so einfach, eine Antwort darauf zu finden. Der Künstler ist ein fester Teil der Gesellschaft. Er versucht alles, was man über die Medien übermittelt bekommt, auf seine Weise umzusetzen. Und das auf eine bewusste oder unbewusste Art. So entstehen meine abstrakten Bilder. Continue reading

tool4spirit aus unternehmerischer Sicht

Fragen an Petra M.Jansen zu „tool4spirit“

Wer bist du Petra?

   Ein Mensch, der immer die Grenzen sucht, die Dinge hinterfragt und eine positive Weiterentwicklung fördert. Für mich steht Business und Management nicht ohne Ethik, Humanität und Emotion.

Wie lässt sich für eine Diplom-Betriebswirtin Lyrik und Business vereinbaren?

   Die Betriebswirtschaftslehre ist das (an-studierte) Fundament für die betrieblichen und wirtschaftlichen Anforderungen. Ein knochentrockenes Metier und die Lyrik ist ein freies Feld für Gedanken, Gefühle, Inspiration und Loslassen. Einseitig zu agieren, ist mir zu langweilig. Continue reading

Interview mit Klaus Stein

Interview mit Klaus Stein in seinem Atelier

von Pierre Mathias

Klaus SteinKlaus, wie lebst du deine Kunst?
   Naja, siehste ja. Im Grunde ist das etwas, was ich mein Leben lang mit mir rumschleppe, das hat mit meinem Talent zu tun. Es ist die Art, mit der ich mich in der Öffentlichkeit artikulieren kann. Es ist mir wichtig, mich politisch einzubringen und die Malerei ist das Terrain, auf dem ich mich halt am besten bewegen kann.

Erkennst du dich in deinen Werken?
  Klar. Ich finde mich darin politisch wieder und zweitens habe ich Spaß am kreativen Handeln. Continue reading

Die Kraft der Kunst

Der Brief von tool4spirit

Die Kraft der Kunst

Liebe Freunde,

machen wir uns nichts vor, die Kunst gehört zu unserem Alltag wie der Gang zum Wirtshaus oder eine Bergwanderung. Sie sollte daher nicht katalogisiert und in eine Ecke gedrängt werden, wo sie nur erstickt. Sie muss Zugang zu den Menschen haben und sie ansprechen. Sie kann sowohl Zustimmung oder tiefe Ablehnung erwecken, gut so! Das Einzige was Gift für sie ist, ist die Nicht-Wahrnehmung, und das passiert viel zu häufig. tool4spirit hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, für Künstler Videos oder Internet-Seiten zu gestalten. Und das auf professionelle Art. Was wertvoll ist, kann nicht auf Billigpapier präsentiert werden. Das verlangt eine gewisse Investition seitens der Schaffenden, aber das ist der Preis, um bei der Öffentlichkeit anzukommen. Continue reading

tool4spirit und die Kunst

tool4spirit und die Kunst

Liebe Freunde,

nicht ohne Grund sehen wir einen Zusammenhang zwischen der Kunst und der unternehmerischen Kreativität. Beide verlangen eine Menge an Fantasie. Deshalb ist es kein Widerspruch, dass wir Brücken zwischen diesen beiden Welten bauen wollen. Die erste Frage, die wir uns stellten, ist: sind das wirklich zwei verschiedenen Optionen? Sind nicht viele Vorurteile am Werk? Ist es gerecht, sich gegenseitig zu diskriminieren? Sehr schnell war die Antwort gefunden: ein schlichtes Nein! Dabei darf es nicht bleiben. Wir sind in die Pflicht genommen, ein konstruktives Projekt aus dem Nichts zu stemmen – so ist tool4spirit entstanden. Continue reading

tool4spirit und die Zivilcourage

Brief an tool4spirit

tool4spirit und die Zivilcourage

Liebe Freunde,

Keine Frage: Zivilcourage gehört auch zum Unternehmertum. Farbe bekennen, sich nicht hinter einer neutralen Wand verschanzen, so unsere Auffassung. tool4spirit hat die Aufgabe, auch gesellschaftliche Themen aufzugreifen. Wir sind keine Knetmasse und wir sind verdammt, Widerstand zu leisten, wenn es notwendig ist – aber auch Impulse weiter zu geben. Und das nicht nur in Form eines Lippenerkenntnisses. Schrille Töne gehören nicht unbedingt zu unserem Habitus, aber wenn sie ausgekotzt werden müssen, werden wir keinen Abstand davon nehmen. Nein, wir werden uns nicht aus geschäftlichen Gründen mundtot machen lassen. Das ist der Grund, warum wir uns vorgenommen haben, das Stück „Jamsession“ auf die Beine zu stemmen, wenn wir die dafür notwendigen Gelder eingesammelt haben. Es geht um Neonazis und die Blutspuren, die sie hinterlassen. Um den Tod der Demokratie, die sie mit den Mitteln der Gewalt vorantreiben wollen. Um den Rassismus, der immer mehr Akzente in der Bevölkerung hinterlässt! Und die Toleranz? Es ist zu befürchten, dass sie immer mehr nachlässt. Was übrig bleiben wird ist die Willkür! Solch ein Deutschland wollen wir nicht! Wir begrüßen, wenn die Bürger von Dresden eine Lichterkette um die Altstadt aufbringen, um das Eindringen der Kahlköpfe zu verhindern. Wir bekämpfen die Parolen, die von der NPD verkündet werden. Wir kämpfen gegen den Hass! Continue reading