Interview mit der Rockband ToJa

Interview mit der Rockband ToJa
(Thomas Rinn/ Vocals, Jan Thielking/ Guitar, Tim Dierks/ neu: Sven Antoni/ Drums, Oliver Dietz/ Bass, Bernd Pezalla/ Guitar, Martin Sulger/ Keyboards)

geführt von Petra M. Jansen

Tommy, wir sind heute Abend hier bei den Hard`n Heavy Freunden in Offenbach-Bieber auf einem Live-Konzert von Euch und ihr habt echt die Bude gerockt. Wie definierst du eure Musik?

  Es gab einmal ein Review aus Italien und die steckten uns damals in die Schublade „unbekannt“. Wir bedienen viele Genres und deshalb ist es schwierig uns irgendwo einzuordnen, aber ich würde sagen, heftiger, melodischer Hardrock. Wichtig für uns ist die Melodie und auch immer mal wieder ein Gag auf der Bühne, wie z.B. heute der Teufel. Wir wollen die Musik machen, die uns Spaß macht und das ist harter melodischer Rock, wie wir ihn eben gespielt haben.

Seit wann gibt es die Band ToJa und wie kommt es nun zu diesem – ich nenne es mal – Neustart, auch unter einem neuen Label seit 2013? Sag mir ein bisschen über die Geschichte und die Entwicklung der Band, Tommy.

  1997 haben Jan und ich uns zusammen gerauft und was sich damals als Studioprojekt entwickelte, wurde nach und nach zu einer kompletten Band. Wir waren beruflich alle sehr eingespannt, wollten uns aber nicht ganz von der Musik verabschieden. Unsere Studioarbeit war so gut, dass die Leute, die es gehört haben, sagten: „das muss raus.“ Unser erstes Album „First Step“ wurde als CDR im Eigenvertrieb veröffentlicht. Insgesamt haben wir das dreimal gemacht, um festzustellen, dass der Startpreis bei Ebay dafür bei 50 Euro lag – da kam dann die zweite Scheibe. Für „Spirit of ToJa“ fanden wir in Target Records dann einen weltweit agierenden Vertrieb und für unsere dritte Scheibe „Train Of Life“, wurden wir von dem Independent Label „Avenue of Allies“ unter Vertrag genommen.

Wenn man die Kritiken der früheren ToJa-Alben liest, dann ist das fast immer die Bestnote. Klassischer, professioneller Rock mit Progressive-Einflüssen, einer Stimme von Thomas, die unter die Haut geht, mit symphonischen Elementen und ich las Vergleiche mit Bands wie Accept in den besten Zeiten oder Zak Stevens-Vergleiche bei dir, Thomas. Wie kommt es, dass Ihr nicht weltweit ganz oben steht? Was ist passiert? Ihr hättet es verdient.

  Die Kritiken auf unsere ersten drei Alben waren schon sehr respektabel, aber der Durchbruch kam für uns mit „(Sad) Songs Of Hope“, unserem aktuellen Album und auch der Wechsel zu unserem jetzigen Label „Pure Rock Records“ brachte uns einen Schritt nach vorne. Du kennst das Musikbusiness, Petra. Wir haben Familien und Kinder – ich selbst habe schon Enkelkinder und wir arbeiten rund um die Uhr. Es ist schwer, das alles miteinander zu kombinieren.

Du hattest eine klassische Gesangsausbildung, das ist nicht zu überhören, und eine unglaubliche Stimme, Tommy. Wo war das?

  Meine Ausbildung habe ich in der "Scuola del Belcanto Appiani" bei Maestro Appiani, also Armando Appiani, der mit seiner Scuola del Belcanto Maßstäbe für die Stimmausbildung im 20. Jahrhundert setzte, genossen. Appiani war Stipendiat am Mozarteum in Salzburg. Leider ist er 1999 verstorben und heute wird die Schule von seiner Tochter weitergeführt.

Das letzte Album wurde im eigenen Studio aufgenommen, habe ich das richtig verstanden?

  Ja, das ist richtig. Wir haben immer im eigenen Studio gearbeitet und auch mit Marc Bugnard zusammen, er war immer sehr unterstützend für uns.

Was ist der Ausdruck Eurer Lyrics und wer schreibt sie? Wer komponiert die Songs?

  Die Lyrics sind gewissermaßen unser Leben. Wir schreiben und komponieren immer alle zusammen. Unsere Kinder und Frauen sind Teil dessen, denn wir schreiben aus dem Leben und über das, was uns bewegt. Dadurch erspart man sich den Psychiater.

Ihr seid Musiker mit großem Potential. Wo wollt Ihr hin, Berny? Auf die großen Weltbühnen oder ist das – aufgrund von Arbeit, Privatleben u.a. – eher nicht euer Ziel?

  Wir wollen mehr Live-Erfahrung und persönlich natürlich mehr auf die Bühne gehen. Eine Tournee wäre nur interessant, wenn es sich finanziell rechnen würde. Im Klartext: du musst für diesen Zeitraum in deinem Job Urlaub nehmen und wie viel hast du davon im Jahr?

Wie gesagt, die Reviews auf der Band-Homepage lesen sich wie Romeo und Julia, eine Liebesgeschichte zwischen Musik und Mensch. Ich sehe ToJa absolut an der Spitze. Was ist für 2014 und die Zukunft geplant, Tommy?

  Die Kritiken waren bisher einstimmig bei 8/10 Punkten und ToJa ist nun auf fünf Mann auf der Bühne angewachsen. Wir wollen raus, das ist verständlich, weil wir zuvor viel Studioarbeit gemacht haben. Wenn wir Gigs auf Festivals bekommen könnten, das wäre klasse und wer uns wirklich haben möchte, für den spielen wir auch. Dafür können wir uns ohne weiteres einmal 2 oder 3 Wochen Urlaub nehmen, aber „pay to play“? Ein ganz klares Nein!

Gibt es eurer Meinung nach ein faires Miteinander im Musikbusiness oder ist das einfach nur Abzocke der Labels und all der Mitverdienenden an dem Gut der Musiker?

  Wir sind der Meinung, dass wir mit Pure Rock Records ein Label gefunden haben, dass fair mit uns umgeht und uns unterstützt. Prinzipiell gibt es im Musikbusiness kein faires Miteinander und es kommt immer darauf an, auf was du angewiesen bist. Wenn du davon leben musst oder willst, wird es sehr viel schwieriger.

Eine delikate Frage, Tommy. Sind Drogen und Groupies überholt?

  Ich habe noch nie Drogen genommen und werde es nicht, weil meine Leistung darunter leidet. Drogen sind Mist. Zum Thema Groupies: früher konnte man sich nur einen Tripper oder so was holen, heute gibt´s den Tod.

Welche Ideologie steht hinter eurem kreativen Schaffen? Wenn ich euch nun nach einer Message frage, die an die Welt da draußen gehen soll, welche wäre das?

  I don´t wanna change the world and I don´t want the world to change me (Tommy).

Und nun die Frage, die ich immer stelle: wo finden euch eure Fans und können sie persönlichen Kontakt zu euch aufnehmen?

  Bei YouTube und Facebook sind wir es, also die Band, ansonsten macht das ein Webmaster für uns. Aber unter info@toja-rock.com kann uns jeder direkt anschreiben und dort ist auch die Telefonnummer drin. Unsere Social Network-Seiten werden immer auf dem aktuellen Stand gehalten.

Vielen Dank für dieses Interview. Ich wünsche der Band und euch persönlich weiterhin viel Erfolg.

  Vielen Dank an dich, Petra, dass du dir die Zeit genommen hast.

© Petra M. Jansen

www.tool4spirit.de

Link Homepage: http://www.toja-rock.com/
Link Facebook: https://www.facebook.com/ToJaRock
Link YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=6OKFyiMVZrk
Link where music lives: http://www.track4.de/agentur/bands/18564

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