Interview mit Francis Soto

Interview mit Francis Soto -  Sänger der Band SUBWAY, Co-Founder und Head of Promotion von dem Label Metalapolis Records

von Petra M. Jansen

Hallo Francis, ich freue mich, dass wir uns nach Jahren endlich einmal sprechen und danke für die Zeit, die du dir nimmst. Fangen wir an mit deiner eigenen Band, der „Francis Soto Band“. Es war eine schwedisch-deutsche Heavy Metal Band und ich erinnere mich gut an Corey Hart´s Song „Sunglasses at night.“ Was ist mit dieser Band, ich habe seit 2007/2008 nichts mehr von euch gehört?
   Nachdem sich SUBWAY 2003 aufgelöst hat, habe ich solo weiter gemacht und einige Songs aufgenommen, u.a. auch dieses Lied und wollte damit bei den Plattenfirmen hausieren gehen. Die zogen damals aber nicht mit und daraufhin habe ich 2010 durch Anraten Dritter die Band SUBWAY wieder aufleben lassen. Ich habe mir neue Musiker geholt und habe das gleiche Songmaterial nun wieder mit SUBWAY angeboten und plötzlich hatten alle Interesse. Damit war das Soloprojekt dann gestorben und wir haben mit SUBWAY weiter gemacht.

Du warst auch Vokalist der Band „SUBWAY“. Damals ward ihr sehr erfolgreich in der Schweiz und auf großen Open Air Shows zusammen mit Bob Geldof, Manfred Mann´s Earthband, ihr hattet eine Tour mit AXXIS und eine Europa- Tour mit Jeff Scott Soto. Du wirst sicher oft gefragt, ob du mit ihm verwandt bist?
   Ja, Petra, das werde ich oft gefragt, aber es gibt weder eine Verwandtschaft noch eine andere Querverbindung, außer dem gemeinsamen Namen. Allerdings waren wir Mitte der 90er einmal zusammen auf Tour.

Offiziell löste sich „SUBWAY“ 2003 auf, nachdem ihr zuvor noch mit „Kansas“, „ASIA“ getourt habt und ihr hattet ein neues Label. Was waren die Gründe dafür, dass es mit „SUBWAY“ nicht geklappt hat obwohl ich auf einem sehr erfolgreichen Kurs ward und du im Jahr 2010 mit einem neuen Line up und einer Tour mit Michael Bormann an den Start gegangen bist?
  Der Grund waren die Differenzen und die Streitigkeiten mit der Plattenfirma. Uns ist die Lust vergangen, das hat mächtig an den Nerven gesägt damals.

Beschreibe mal den Stil der beiden Bands, in denen du aktiv warst, also „SUBWAY“ und die „Francis Soto Band“.
   Der Stil von SUBWAY damals und jetzt…hm…damals Melodic Rock, typischer AOR und heute… sind wir experimentierfreudiger. Aufgrund der neuen Bandmitglieder sind wir moderner geworden, nicht mehr so die typische Melodic-Rock-Schiene, wir bringen nun auch andere Stile mit ein.

Wie ging es weiter bei dir, Francis? Was waren deine nachfolgenden Wege, die du musikalisch gegangen bist und wo stehst du jetzt?
   Nun, seit 2010 gibt es wieder „SUBWAY“ und wir haben 2010 das Album „Lola Themes“ veröffentlicht. Bald kommt das nächste Album, die Songs sind alle fertig und Release wird in der zweiten Jahreshälfte sein. Freut euch drauf!

Jetzt frage ich dich: was sind die Schwachstellen im Musikgeschäft und warum läuft es in Deutschland oft schleppend oder gar nicht? An was liegt das?
   Schwachstellen…im Allgemeinen ist es so, dass die große Musikindustrie und die großen Radiostationen das Problem sind. Sie wollen den Leuten diktieren, was sie hören sollen und wollen. Man bekommt es vorgesetzt mit dem Gedanken „du musst es kaufen“ und keiner macht sich wirklich Gedanken „ist das in Ordnung?“. Geld spielt eine große Rolle, aber der Musiker sieht zu wenig von dem Geld. Die ganze Industrie lebt von den Musikern und sie müssen ihren Obolus haben, aber das passiert leider zu selten und die kleineren Bands werden sogar noch ausgenommen.
In Deutschland wird die Musikkultur zu wenig gefördert. Woanders fließen die Gelder auch ohne diese Casting-Shows, so wurde z.B. Sunrise Avenue vom Staat gefördert und es sind Gelder geflossen. In Deutschland bist du auf dich alleine gestellt, hier geht es immer um die Kohle.

Francis SotoWie ich gelesen habe, gab es ein Album mit dem Namen „Metalapolis 1“ von dir. War das nun ein Eigenprojekt?
   Ja, das überschneidet sich wieder. Es waren ja die Songs von der „Francis Soto Band“, die nahtlos auf das „SUBWAY“-Album übernommen wurden.

Francis, du bist Co-Founder, Head of Promotion, Webmaster und auch Marketing-Mann bei dem Label “Metalapolis Records” in Ludwigsburg und ich habe da mal rein geschnüffelt. Vertretene Bands sind „SUBWAY“, „MYSTERY“ aus Australien, „20dark7“, „Primal Fear“ und die zweite australische Band „KNIGHTMARE“. Wer kam auf die Idee, ein Label zu gründen und wie bist du dort involviert?
   Das Management liegt bei Eddy Freiberger, er hat ja lange bei Nuclear Blast gearbeitet und reichlich Erfahrung im Musikgeschäft. Wir hatten den Gedanken, mal ein Label zu gründen und dachten „was die können, können wir auch“. Als dritten Mann haben wir dann Nico Protzas ins Boot geholt und seit letztem Frühjahr gibt es nun das Label. Als erste Band haben wir „MYSTERY“ aus Australien geholt und seit September haben wir unser 1. Release.
Letzten Freitag ist dann die Vinyl-Ausgabe PRIMAL FEAR „New Religion“ rausgekommen. Die kam schon 2007 als CD raus, jetzt sind die Rechte zurück an die Band gegangen. Wir haben uns das geholt und nun VINYL rausgebracht. Am 17. April gibt es zwei Releases von „KNIGHTMARE“ aus Australien und „STOPSTOP“ aus Großbritannien. Das also sind die nächsten Projekte, es ist bisher gut angelaufen und wir hoffen, dass wir im Business ein Ausrufezeichen setzen können und dass es erfolgreich wird.

Läuft „Metalapolis Records“ gut an und wie zufrieden seid ihr mit den aktuellen Zahlen?
   Eddy hat genügend Know How, Erfahrung und Kontakte – ich denke, es läuft.

Generell steckt das Musikbusiness in einer schwierigen Phase und viele sagen, es sei runter gewirtschaftet, die illegalen Downloads erschweren das Geschäft, die Kohle fließt nicht zurück in den Kreis der Musikwirtschaft o.ä.. Wie siehst du das? Stimmt es und wenn ja, warum habt ihr trotzdem ein Label gegründet, wenn es vielen so schlecht geht?
   Nun, momentan ist es global und die Leute orientieren sich wieder mehr an Vinyls. Sie wollen wieder was Handfestes haben und Vinyls sind auch Wertanlagen. Die Fans wollen das Werk des Künstlers in der Hand haben und nicht nur eine Datei in den Tiefen des Computers. Ich denke nicht, dass der Musikmarkt tot ist, Petra, man muss nur die Bedürfnisse der Leute erkennen. Den Tod macht nur die große Industrie und wenn sie nicht erkennen, was die Leute wollen, dann ist das fatal. Aber anhand der Vinyl-Verkäufe kann man das nicht behaupten, es sei tot. Die Verkäufe sind nach oben geschossen und das ist ein Verdienst der Fans, nicht der großen Musikindustrie. Man muss einfach die Augen aufmachen und erkennen, was gewollt ist.

Was ist der größte Fehler, den eine Band deiner Meinung nach machen kann oder andersrum…was ist der sichere Weg, nicht vorwärts zu kommen?
   Der größte Fehler ist, sich selbst zu überschätzen und zu denken, dass das Business gerade auf sie gewartet hat. Am allerwichtigsten ist es, sich nicht auf dem Geschaffenen auszuruhen und sich eben auf k e i n e n Fall zu überschätzen.

Wie sieht deine musikalische Zukunft aus, Francis? Machst du Soloprojekte, reaktivierst du „SUBWAY“ oder konzentrierst du dich auf die Arbeit bei dem Label?
   SUBWAY und das Label stehen an erster Stelle. Nebenbei mache ich noch ein Soloprojekt mit einem Gitarristen aus der Pop-Akademie Mannheim, Eugen Leonhardt, und – sollte sich in Zukunft etwas Interessantes eröffnen – werde ich das natürlich prüfen. Generell bin ich offen für das, was kommt.

Hast du eine Botschaft für die Fans und Leute da draußen?
   Lasst euch von der großen Musikindustrie – egal ob Fernsehen, Radio oder Label – kein X für ein U vormachen. IHR entscheidet, was ihr wollt und auf alles andere könnt ihr verzichten!

Planst Du Konzerte oder etwas in musikalischer, eigener Richtung, Francis?
   Ja, sobald das neue Album raus ist, gibt es wieder Live-Aktivitäten. Sie sind aber noch nicht aktuell, also noch in der Mache.

Wo man dich und euch im Netz findet, brauche ich nicht zu fragen und wie ich weiß, kümmerst du dich um deine Fanpages und Profile selbst, ist das richtig?
   Stimmt, Petra. Ich mache alle Profile selbst, da hat sich kein anderer einzumischen.

Vielen Dank für das interessante Interview, Francis. Ich wünsche dir musikalisch und auch mit deiner Label-Arbeit weiterhin viel Erfolg.
   Ich danke dir für dieses Interview, liebe Petra.

© Petra M. Jansen

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