OUT & LOUD 2014 Festival, Geiselwind

OUT & LOUD 2014 Festival Geiselwind

von Petra M. Jansen

Was 2013 als „Beastival“ das Frankenländle zum Beben brachte, ist nun 2014 das OUT & LOUD Festival, ein beschauliches, gemütliches Metalfest im mittelfränkischen Geiselwind und kann sich gut in die deutsche Festivallandschaft einreihen. Tausende Metalfans waren kulinarisch bestens versorgt mit delikater Küche von KFC, Burger King, Fast Food & Co. Bei der Location Autohof Eventzentrum Strohofer direkt neben der Autobahn, war ich zunächst irritiert. Brausende LKW´s, Abgase und die Vorstellung von benutzten Kondomen, die an solchen Autohöfen immer rumliegen, machten es mir schwer, an ein gutes Ambiente für ein Heavy Metal Festival zu glauben. Out and Loud Festival

Drei Bühnen waren nötig, um der Gewalt der vielen verschiedenen Bands Herr zu werden, davon gab es eine große Outdoor Bühne sowie zwei Indoor Bühnen, kurzum: es ist ein Festival-erprobtes Gelände mit kurzen Wegen, auf denen man bei Regen nicht in einem Sumpf steckenbleibt, wie bei WACKEN. Schon mal ein Pluspunkt und auch die Tatsache, dass es rollstuhlgerechte Toiletten und Zugänge gab. Friedlich, wie fast immer in diesem Musikgenre, hatten viele Tausend Leute Spaß an der großen Auswahl, bei der für jeden Geschmack was dabei war. Was aber der Hippie-Akt der „Blue Pills“ sollte, da bin ich überfragt. Nuclear Blast hat sich da vielleicht ein wenig vergriffen?Große Namen, wie Blind Guardian, Amon Amarth, Saxon, DORO, POWERWOLF, Ensiferum, RAGE, Behemoth, MOONSPELL u.v.a. lockten zu einem zivilen Preis und doch ist mein Resumeé unter´m Strich nicht ganz so gut, denn die Newcomer Stage hatte nicht eine einzige Band zu bieten, von der man guten Gewissens sagen konnte, sie hätten eine weiterreichende musikalische Perspektive. Ein Album zu kaufen wäre rausgeschmissenes Geld, sehr bedauerlich, aber leider erinnerte mich das mehr an brünftiges Hirschgebrüll in straffem, monotonem 16tel Takt. Geballer, Geballer und nochmals monotones Geballer. Hochkarätige Songs, brilliante Musiker, erstklassige Musik, die konnten die Fans bei SAXON, DORO, ORDEN OGAN und BLIND GUARDIAN finden. Bei den Frontladies konnte lediglich die Queen of Metal DORO halten, was sie seit 30 Jahren tut – eine erstklassige Performance und exzellente Rockmusik auf der Bühne abliefern. Die anderen Damen sollten vielleicht noch ein wenig üben und konnten viele Fans nicht aus der Reserve locken. Auch waren nicht alle hochgepriesenen Bands so überzeugend, wie ich es erwartet hatte, wahrscheinlich lag es an dem Pagan-/ Viking-Einschlag oder den dämlichen Texten über Satan, Spiritus Sancti und platten Lyrik-Reimen.

Absolutes Highlight: SAXON, die in all den Jahren nichts von ihrer Power und musikalischer Professionalität verloren haben, im Gegenteil. SAXON alleine war Grund genug, das OUT & LOUD Festival zu besuchen. Großes Kompliment für eine großartige Band!

Ich urteile nun nicht salopp über jede Band oder Musik, jeder Festivalbesucher hatte seine Favoriten, aber es ist schon auffällig, dass das Gestampfe in der Überzahl und professionelle, rockige Musik mit Anspruch sehr rar war. Zwei Drittel der Lückenfüller-Bands waren nicht sehr überzeugend und sie hörten sich aus der Ferne fast alle gleich an. Nennenswert ist der Auftritt von FREEDOM CALL mit dem stimmgewaltigen Chris Bay und von den Paganern BLACK MESSIAH, dessen Frontmann Zagan mit seiner alten Zigeunergeige mit Tonabnehmer einen ohne Kompromiss in seinen Bann zog.

Fazit: ROCK THE NATION hat da ein gemütliches Metal-Festival auf die Beine gestellt und schleust sogleich weiter zum Metalfest LORELEY. Die Schwachstellen lagen bei der Auswahl der „Lückenfüller“, da wäre mehr Abwechslung nötig gewesen und eine bessere Bandauswahl auf der Newcomer Stage, denn das war – ehrlich gesagt – größtenteils Schrott. Aber die kosten ja nichts oder vielmehr, sie bringen Geld mit.

Die Strohofer Geldmaschinerie darf auch nicht 10 Euro für einen Parkplatz abkassieren, wenn die Tickets im VVK inklusive Zelt-und Stellplatz verkauft werden. Eher müssten sie was zurück bezahlen, wenn man das nicht in Anspruch nehmen möchte und sie haben Sorge dafür zu tragen, dass die Festivalbesucher ihr Auto oder Bike parken können – und zwar ohne zusätzliche Kosten! Trotzdem ein nettes, überschaubares, gut organisiertes Festival, eingebettet in die Hügelchen Mittelfrankens und zentral gelegen. Der Vorverkauf für 2015 hat bereits begonnen…metal on, guys…wohin ihr geht, ist bald fast egal, denn im Line Up stehen nahezu überall die Gleichen, die von hier nach da gereicht werden. The show must go on.

© Petra M. Jansen

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