Interview mit GARAGEDAYS, Heavy Metal aus Österreich

Interview mit GARAGEDAYS, Heavy Metal aus Österreich (Marco Kern/ Rhythm Guitar, Vocals, Dominik Eder/ Bass, Rene Auer/ Lead Guitar/ Backing Vocals, Matthias Mai/ Drums)

geführt von Petra M. Jansen

 

Hallo Marco, wir sind heute auf eurem Live-Gig in Frankfurt und ihr seid Support auf der kompletten U.D.O.-Tour 2015, dazu komme ich später noch einmal. GARAGEDAYS gibt es seit 2005 und wurde von Marco gegründet. Ihr seid Liebhaber des 80er Metal und knüpft mit eurer Musik dort wieder an. Ist das eine Honoration oder Fortsetzung?

   Die Band wurde von mir 2005/2004 (Marco) gegründet, das ist richtig. Ja, es ist eine moderne, tägliche Fortsetzung.

Ihr hattet einige Besetzungswechsel und habt Ende 2008 Rene Auer als Gitarristen hinzugenommen. Ist die Band seitdem in dieser 4-Mann-Konstellation perfekt für euch?

   Ja, wir haben zwei Mann ausgetauscht und durch Rene und Matti ersetzt, welche perfekt in die Band passen.

Mit „Wild and Dangerous“ habt ihr 2007 eine erste Demo-CD veröffentlicht, 2008 erfolgte mit dem neuen Line Up die zweite Demo-CD „Leather and Spikes“, 2010 „Sight of the Blight“, ebenfalls eine Demo-CD. Danach hat die Band 2010 zwei komplette Alben aufgenommen. Euer Debutalbum „Dark and Cold“ hat richtig eingeschlagen! Erzählt bitte etwas über die Arbeit im Studio in Schweden und die Produktion mit KING DIAMONDS Gitarrist Andy LaRocque. Wie kam es dazu?

   Ja, das war ganz lustig, weil Andy uns damals mal auf MySpace angeschrieben hat und schrieb: „Hey, der Sound ist cool. Habt ihr Lust in meinem Studio aufzunehmen?“ Da haben wir erst mal nicht reagiert, denn es schreiben einem ja viele Leute. Als wir dann überlegten, wo wir aufnehmen sollten, bin ich (Marco) zufällig wieder auf diese Plattform gegangen und habe mir dort das Profil von Andy angesehen. Ich habe den Herrn vorher gar nicht gekannt. Erst dann habe ich gelesen „Gitarrist von KING DIAMOND“ und ich dachte: „Ah, Scheiße! Den hast du dir durch die Finger gehen lassen, scheiße!“ Dann schrieb ich ihm und fragte, ob sein Angebot noch steht und wir bei ihm aufnehmen und in seinen Sonic Train Studios noch Mix und Mastering machen könnten und er schrieb zurück „Ja klar, kein Problem.“ Daraufhin sind wir dann das erste Mal nach Schweden geflogen und haben mit Andy gearbeitet. Wir haben uns sofort super verstanden und sind nach wie vor in Kontakt. Er gab uns die ersten nützlichen Tipps “business related”, lol.

Dark and Cold“ gibt es als Demo-Version (2010) und auch als erstes offizielles Album (2011)?

   Ja, das stimmt. Es ist eigentlich komplett das Gleiche.

Die Produktion scheint sehr gelungen zu sein, denn ihr habt vom METAL HAMMER die Auszeichnung „Demo des Monats“ bekommen. Führte das u.a. auch zum Plattenvertrag mit MASSACRE RECORDS?

   Das passierte alles in der gleichen Woche. Zuerst bekamen wir das Angebot von Massacre Records. Einen oder zwei Tage später schrieb dann Metal Hammer, was natürlich perfekt zur Veröffentlichung passte.

Was kam danach? Die Europa-Tour mit der Death-Metal-Legende „Master“? Wie war das für euch?

   Eine Nightliner-Tour mit 24 Leuten im Bus und 20 Betten. Einige Leute haben auf dem Boden, teilweise unten auf den Sitzen oder an dem Raum, wo der Motor ist (Abstellraum), geschlafen. Das war sehr heftig. Ein richtiger Survival Trip :) aber auch eine geniale Zeit, da wir uns alle gut verstanden und ich die Möglichkeit hatte, mit Paul Speckmann “tiefgründige” Gespräche zu führen. Seine Erfahrungen und Warnungen waren und sind viel wert. Cheers, Chicago boy, lol…

2012/2013 war erneut ein sehr kreatives Jahr für die Band und ihr habt in diesem Fall mit Ralf Scheepers von PRIMAL FEAR zusammen gearbeitet, der auch z.T. mitgesungen hat. Wie kam es zu einer Zusammenarbeit mit Ralf? Wie kam es zu der Zusammenführung?

   Ich bin ja ständig am Denken und Herumbasteln und manchmal trifft mich dann ein Geistesblitz wie in diesem Falle. Mir fiel ein, dass mein Vater immer von Ralf Scheepers geschwärmt hat und so begann ich das Netz zu durchstöbern. Und glücklicherweise macht er ja auch Vocal Coaching. Somit hab ich ihn einfach angeschrieben, ihm im weiteren Verlauf was von uns zugeschickt und er meinte: „Ja, gefällt mir ganz gut, kommt doch mal runter.“ Nach zehn Tagen und gefühlten 16 Stunden täglicher Knochenarbeit in seinem Studio hatten wir die Vocals drauf. Es versteht sich von selbst, dass ich als Sänger enorm viel dazugelernt habe. Ralf ist ein super Sänger, super Lehrer und ganz toller Typ! Ich bin ihm sehr zu Dank verpflichtet und so wie es aussieht, wird er auch beim kommenden Album wieder seine Finger im Spiel haben.Garagedays

Ihr habt hart gearbeitet und Bands wie EXODUS, SIX FEED UNDER, ROTTING CHRIST supportet. Nun seid ihr bei einer Zusammenarbeit mit Ralf und Andy angekommen. Kompliment, ihr habt eine klare Richtung, auch in relativ kurzer Zeit. ITM da stecken wahre Rockgrößen dahinter…ich irre mich nicht?

   Naja so kurz ist die Zeit dann doch nicht, wir haben 10 Jahre härtester Arbeit hinter uns. Mit sehr vielen Rückschlägen, Enttäuschungen und wir haben – wie jede andere Band auch – unser “Lehrgeld” bezahlt. Man weiß ja vorher nicht wie der Hase läuft, lol. ITM ist das Management, das wir derzeit haben, das ist richtig. Es war wie Weihnachten als Frank mir sagte, er würde sehr gerne mit uns zusammen arbeiten. Wir verfolgen ja konsequent eine Richtung, deshalb auch die (für uns Mördertour) Tour mit U.D.O. – „ALL IN ONE“ wie man so schön sagt. Die bisherige Resonanz zeigt uns, dass die Entscheidung absolut richtig war!

2014 erschien das Album „Passion of Dirt“ und ihr hattet eine Tour durch Belgien, Ungarn, Tschechien. Mit Jake E. Lee ´s (Ozzy Osbourne) RED DRAGON CARTEL. Erzählt ein bisschen darüber bitte.

   Ja, war eine supercoole Zeit, wir waren Vorband von Jake E. Lee. Schon toll, mit so jemandem zusammen zu spielen, das sind auch extrem coole Typen, die ganze Band ist klasse. Die Amerikaner sind generell coole Typen, unglaublich, so locker. Wir haben mit dem gleichen Schlagzeug-Set spielen dürfen wie sie und haben kein zweites Schlagzeug aufbauen müssen. Auf der ganzen Tour gab es nie ein Problem, wir haben einfach nur Spaß gehabt. Sie kamen zu uns in den Bus mit einer Flasche Whiskey „come on guys, party at the hotel“ usw…Jake sagte mir am letzten Tag „danke“, er habe sich wieder jung gefühlt, wie in den Achtzigern :) das ist doch ein Kompliment, oder?

Und jetzt geht es in die Vollen, hart an eure körperlichen Grenzen. Vom 6. März bis 10. Mai supportet ihr die komplette U.D.O.-Tour 2015. Das sind 44 Gigs in etwa 8 Wochen und 14 Länder, wenn ich mich nicht verzählt habe. Enorm… betreibt ihr Fitness oder ist der Metal Sport genug?

   Also Fitness betreiben wir überhaupt nicht, höchstens Paragliding, Klettern, Biken oder so was. Ja, das ist schon der Wahnsinn diese Tour und wir fahren die gesamte Tour selbst, mit dem eigenem Auto, in dem wir auch nächtigen! Bei diesen Temperaturen… naja. Manchmal müssen wir nach der Show sofort weiter. Von Spanien nach Voralberg nach Finnland usw., das sind teilweise über 1.500 km und die müssen wir in einem Tag schaffen. Wir kennen auch keine vergleichbare Tour, vielleicht früher METALLICA oder Guns N´ Roses. Wir haben keinen Fahrer und niemanden für das Merchandise, wir machen alles selbst. DIY lebt! Falls wir das überleben, können wir uns gerne nochmal sprechen . Es macht aber auf jeden Fall auch Spaß und wir sind höchst motiviert.

Ihr habt eure Promotion- und Booking-Belange in fremde Hände gelegt. Rechnet sich das für Euch?

   Bisher haben wir die Hauptpromotion immer selbst gemacht und zum Teil ja auch jetzt noch. Wir haben ein super gutes Homeoffice und vielen Dank an dieser Stelle an Sarah. In erster Linie muss man dies alles als Firmengründung betrachten, da muss man auch erstmal viel Zeit und Geld investieren. Es ist klar, dass niemand umsonst arbeitet. Aber natürlich sollte man so viel wie möglich selbst machen, doch ab einem gewissen Zeitpunkt kommst du alleine nicht weiter, da dir einfach die Kontakte fehlen und du untergehst in der Masse der Bands. Da braucht man dann kompetente Leute.

Welche Ziele habt ihr im Moment?

   Wir wollen nur die Tour überstehen und überleben. Das nächste Ziel ist immer das nächste Konzert…

Dürfte das für U.D.O. vielleicht die letzte Tour gewesen sein? Wann ist eurer Meinung nach der richtige Zeitpunkt, um von der Bühne abzutreten?

   Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Dee Snider (Twisted Sister) rauscht auch mit 60 noch über die Bühne wie ein Derwisch und man sieht ihm gerne zu. Rob Halford ist auch nicht mehr der Jüngste… naja, ich denke solange einen die Leute sehen wollen passt das schon und außerdem kann ich mir vorstellen ist es extrem hart, nicht mehr auf einer Bühne zu stehen, wenn das dein Leben ist oder war.

Welche Tipps gebt ihr jungen Bands mit auf den Weg?

   Wir sind ja selbst noch jung niemals aufgeben, never give up! Wenn ihr von eurer Sache überzeugt seid, dann spielen, spielen, spielen… ab in den Proberaum und Songs schreiben. Wartet nicht, nicht rumhängen und saufen, nutzt die Zeit für neue Songs und Live-Gigs. Man muss Geduld haben und auf jeden Fall muss man an sich glauben, das ist wichtig. Kriecht nicht in jeden Arsch und unterschreibt nicht jeden Dreck!

Mit welchen Bands würdet ihr gerne auf der Bühne stehen?

   Judas Priest, Motörhead, Twisted Sister, Metallica, King Diamond… die Liste ist endlos :)

Hat die „100% NASTY CREW“ noch einen Satz für die Fans da draußen?

   Never give up! Kommt auf unsere Konzerte. Wenn 2000 Leute eines Tages n u r wegen uns kommen, dann spendieren wir 2000 Gratis-Biere.

Vielen Dank für dieses interessante Interview. Wir wünschen der Band weiterhin eine erfolgreiche Tour und viel Erfolg.

Ja danke dir, Petra. War klasse.

 

© Petra M. Jansen

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