Interview mit AURORA (Hardrock) und Henry Beck, Singer & Songwriter

Interview mit AURORA (Hardrock) und Henry Beck, Singer & Songwriter,

geführt von Petra M. Jansen

 

Henry, du bist schon mehr als 20 Jahre als Sänger und Songwriter im Musikgeschäft. Wie begann deine musikalische Karriere?

   Meine musikalische Karriere begann in den 80er Jahren bzw. Anfang der 80er Jahre, damals noch in Polen. Ich habe schon in der Schule angefangen, Gitarre zu spielen und dann kam die Schulband, also mit 14-15 so ungefähr fing ich an. Ich hatte verschiedene Bands und Projekte und habe mich immer sehr für Musik interessiert, speziell für Metal und Hardrock Bands. Somit war das der Anfang der musikalischen Odysee.

Deine Biographie liest sich sehr interessant. Du hast ja schon einiges an Gigs und Bands erlebt. Unter anderem warst du mit HELLOWEEN, Cannibal Corpse, Six Feed Under und vielen anderen großen Bands unterwegs. Erzähle mir ein bisschen über deine Erfahrungen.

   Es ist natürlich sehr schön, wenn du mit einer Band auf Tour gehen darfst und speziell mit großen bekannten Bands als Support spielen darfst. Du machst eine unglaubliche Erfahrung, du stehst jeden Tag auf der Bühne, du spielst jeden Tag vor einem größeren Publikum und kannst dich natürlich sehr schön entwickeln. Du kannst erleben, wie das ist, in größeren Hallen zu spielen. Das ist eine komplett andere Erfahrung als einzelne, kleine Gigs zu spielen.

Die Presseresonanz auf deine musikalische Arbeit war sehr unterschiedlich. Einerseits hochgelobt (RockHard, Metal Hammer, Legacy), andererseits mit negativer Kritik versehen. Wie erklärst du dir eine so unterschiedliche Kritik?

   Generell mache ich Musik für mich und meine Fans und für Menschen, die meine Musik mögen, nicht für die Kritiker. Das ist eigentlich auch alles. Punkt.

Hast du eine Gesangsausbildung und was tust du, um deine Stimme zu trainieren?

   Ich habe keine wirkliche Gesangsausbildung genossen. Allerdings habe ich damals in den 80er Jahren bei einem Opernsänger ein bisschen Unterricht genommen, der mir bestimmte Techniken gezeigt hat. Das war auch sehr interessant, aber generell bin ich der Meinung, dass es bei einer Rock- oder Metal-Stimme um etwas anderes geht. Es geht um Charakter, um eine bestimmte Farbe… das ist meiner Meinung nach das Wichtigste und ich persönlich hatte keine große Ausbildung als Sänger.

Du bist in Polen aufgewachsen, bist aber Deutscher, ist das richtig? Was waren die Gründe, wieder in Deutschland zu leben?

   Ja, ich bin in Polen aufgewachsen, das ist richtig. Ich bin Deutscher, meine Familie lebt in Deutschland, mein Sohn auch. Hier fühle mich hier zu Hause und hier verfolge ich meine musikalische Karriere.

Du hast das Bandprojekt White Dwarf gegründet, derzeit liegt das auf Eis. Dürfen wir von dieser Seite aus noch etwas erwarten oder gibt es diese Band nicht mehr?

   Ja, definitiv, es ist erst einmal n u r auf Eis gelegt, weil meine ganze Aufmerksamkeit bei AURORA liegt. Aber definitiv wird es ein Album geben, ich denke Ende diesen Jahres bzw. Anfang 2016. White Dwarf ist definitiv nicht vom Tisch.

Derzeit möchtest du mit deiner neuen Band AURORA erneut durchstarten, Henry. Welche Musikrichtung spielt ihr und wie lange gibt es die Band jetzt?

   AURORA wurde 2014 gegründet und ich würde unsere Musik als Classic Hardrock bezeichnen. In diese Richtung wird auch das komplette Album gehen.

Wohin gehen deine Ziele mit AURORA? Du hast zwei Musikvideos in Eigenregie produziert und zwei neue Songs veröffentlicht. Warum gehst du diesen Weg, sozusagen das „Pferd von hinten aufgezäumt“?

   Das ist schön gesagt, es ist so, dass der komplette Musikmarkt sich verändert hat und warum es auch nicht einmal so probieren? Den anderen Weg habe ich schon mehrere Male ausprobiert und auch gemacht. Ist auch alles schön, aber ich denke mir, man muss heutzutage auch andere Wege gehen. Erst einmal die beiden Videos, die zwei Songs als Basis und dann darauf die weiteren Aktivitäten aufbauen – letztendlich mit der Konsequenz, ein ganzes Album aufzunehmen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, wie es zurzeit läuft. Das habe ich mir auch so vorgestellt und ich bin weiterhin gespannt, was jetzt passiert.

Wer steht hinter der Band? Gibt es eine feste Besetzung?

    Es gibt keine feste Besetzung. Ich arbeite hauptsächlich mit dem Gitarristen Marcel Bangert zusammen und die Songs, die wir aufgenommen haben, das war ein Studio Line Up. Für die Live-Aktivitäten muss ich schauen, wie es sich entwickelt. Da habe ich klare Vorstellungen, wie es sein soll und wenn es soweit ist, wird die Frage auch geklärt sein.

Tust du dir einen Gefallen, wenn du neue Songs in voller Länge ausspielst und ins Netz stellst? Welche Strategie steht dahinter?

   Doch, ich tue mir einen Gefallen damit, denn so kann ich erst einmal die beiden Songs einem breiten Publikum präsentieren und ich bin überzeugt, dass wir genug Songs haben, die wir auch später auf eine andere Art und Weise präsentieren werden. So haben die Fans erst einmal die Möglichkeit, unsere Musik kennenzulernen, ohne sofort dafür zahlen zu müssen. Das ist in Ordnung so. Heute muss man unkonventionelle Wege gehen, um den Fans die Möglichkeit zu geben, sich mit den Songs und der Musik auseinander zu setzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass jemand später die CD kaufen wird, wenn man die Musik mag. Das ist ok so.

Wo liegen deine musikalischen Wurzeln?

   Grundsätzlich mag ich viele Musikstile, von Blues über Hardrock und Metal bis … für mich zählt gute Musik. Wenn ich einen Song höre, der mich berührt und bei mir Emotionen hervorruft – unabhängig davon, welche Musikart das ist – dann ist das ok. Ich habe Ende der 70er Jahre angefangen, mich für Musik zu interessieren, da war Metal noch wirklich das Thema. Bands wie Led Zeppelin haben mich sehr berührt, das waren die Anfänge. Und dann, als ich das erste Mal Bands wie KISS, Whitesnake oder AC/DC gehört habe, da war es um mich geschehen. Das sind sozusagen meine musikalischen Wurzeln.

Was ist deiner Meinung nach das schwierigste im Musikbusiness und auf was sollte eine Band oder ein Musiker unbedingt achten?

   Es gibt kein Rezept. Wenn man an sich glaubt, muss man sich dem, was man macht, total widmen, ohne Wenn und Aber. Man muss auch authentisch bleiben und das, was man macht, gut machen. Das Beste ist, wenn man nach dem Bauchgefühl handelt und nicht so viel überlegt. Zu viel Überlegen bedeutet, dass die Kunst und der Spirit kaputt gehen.

Du bist mit Leib und Seele Musiker. Hast du einen normalen Beruf und wie ist das kompatibel mit den Plänen, mit AURORA wieder viele Gigs zu spielen?

   Im normalen Leben, oder besser im nicht-normalen Leben bin ich selbständiger Karosseriebauer. Dadurch, dass ich selbständig bin, kann ich mir das Ganze sehr gut einteilen und habe genug Zeit für die musikalischen Aktivitäten. Das passt ganz gut. Musik ist mein Leben. Es ist das, was für mich das Wichtigste ist.

Denkst du, das Internet macht das Musikbusiness kaputt oder siehst du es als eine Bereicherung? Wurde da was verpennt von den Labels?

   Das kann man so einfach nicht beantworten, weil das Internet – gerade für die kleineren Bands – die Möglichkeit bietet, die Musik mit anderen Menschen zu teilen, auch weltweit zu teilen. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Musiker und viele Bands dadurch Einnahmen verlieren. Die Plattenverkäufe gehen zurück und wir wissen alle, wie das mit dem Markt heute aussieht. Ich denke schon, dass die Labels das verschlafen haben, denn die Labels verlieren immer mehr an Bedeutung und ich hoffe, dass sich das Thema in der Zukunft positiv entwickelt, speziell für die Musiker. Die Bands wären wieder vermehrt in der Lage, Geld zu verdienen, um neue Alben zu produzieren, das ist nämlich wichtig.

Was hältst du für wichtig in der jetzigen Zeit und was ist unbedingt notwendig, in deinen Augen, wenn man Künstler mit Herz und Seele ist?

   Dass man konsequent dabei bleibt, dass man sich nicht beölen lässt und seinen Weg geht. Es ist nicht einfach, es war nie einfach, aber das ist sehr wichtig. Und dass man konsequent und sich selbst treu bleibt, das zeichnet einen richtigen Künstler aus.

Hast du eine Botschaft für die Fans und Menschen, die du mit eurer Musik erreichen möchtest?

   Ich mache die Musik für mich und meine Fans und ich hoffe, dass ich damit die Menschen erreichen kann. Ich kann dadurch eine positive Message und positive Energie rüberbringen und es ist mir sehr wichtig, dass die Menschen Freude daran haben, wenn sie meine Musik und Texte hören. Ja, seid bereit, ich komme zu euch und ich würde mich freuen, wenn ich gute Musik zu euch bringen kann.

Abschließend noch ein Satz, der für dich als Musiker oder für euch als Band steht, Henry.

    Seid euch selbst treu.

Vielen Dank für dieses schöne Interview. Wir wünschen dir und deiner Band weiterhin alles Gute.

   Ich bedanke mich auch ganz herzlich für die Einladung, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und auch euch weiterhin alles Gute.

 

© Petra M. Jansen

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