Interview mit CRYPTEX, Progressive Rock

Interview mit CRYPTEX, Progressive Rock (Simon Moskon/ Lead-Vocals, Piano/Keys, Bass), André Jean Henri Mertens (Lead & Rythm-Guitar, Background Vocals), Marc Andrejkovits (Bass, Rythm-Guitar, Background Vocals) und Simon Schröder (Drums, Cajón),

geführt von Petra M. Jansen

Schön, euch hier auf einem Live-Gig eurer “Madeleine Effect“ Tour Part I zu sehen. Ihr dürftet nun mit dem neuen Album alle Zweifler restlos ausgeschaltet haben und in das absolute High Level der Prog Rock-/Alternative Rock-Liga aufgestiegen sein. CRYPTEX gibt es seit 2008 und ihr seid hörbar gereift und präsentiert euch stärker als je zuvor. Wie lange liegt nun das Album „Good morning, how did you live?“ zurück und wie lange dauerten die Vorarbeiten zu dem jetzigen Album?

   Unser erstes Album haben wir vom 5.3.2010 bis 8.12.2010 produziert, 2011 wurde es veröffentlicht. Wir waren super zufrieden damit, es hat uns viele Türen geöffnet und wir haben sehr viele Erfahrungen gesammelt. Das erste Album hat uns extrem viel gebracht , wir haben über 2.000 Alben in einem Jahr verkauft und sind 10 Monate nach dem Release mit „Pain of Salvation“ auf Tour gegangen, 2013 dann mit „Threshold“ und am 26. Juli 2013 als Support von „Alice Cooper“.

Der Sound ist eine gelungene Mischung aus Rock, Alternative, Folk und Progressive Art, ich kann schon „Art“ sagen, denn ihr habt ein musikalisches Kunstwerk abgeliefert. Wie entstand „Madeleine Effect“?

   Viele Songs sind noch mit dem alten Line Up entstanden. Im September 2013 hatten wir ja einen Besetzungswechsel. Manche Texte sind sogar schon mehr als 10 Jahre alt, wie z.B. unsere Singleauskopplung „New York Foxy“. Der Startpunkt für das neue Album war im Oktober 2013. Da haben wir vieles umgeschrieben und neu geschrieben, 90% der Arrangements sowie finale Gitarrenparts dann im Oktober 2013 bis Januar 2014. So ist es dann entstanden.

Ihr spielt sehr interessante Musikinstrumente, die nicht jede Band mit in die Musik einbringt. Welche genau sind das?

   Das ist z.B. das Didgeridoo, das Glockenspiel, Cajón, Sansula oder die Acme-Sirene. Und natürlich alle üblichen Instrumente.

Seid ihr studierte, ausgebildete Musiker oder woher kommt das hohe Niveau?

   Simon (Schröder) und André studieren derzeit beide Musik. Interessant ist, dass André den „Robert Johnson Award“ gewonnen hat und 2012 in der Live-Band von Uli John Roth die komplette USA-Tour gespielt hat, das ist schon eine Hausnummer . Alle anderen sind reine Autodidakten, wir haben uns das alles selbst beigebracht.

Simon, die bisherige Presseresonanz auf „Madeleine Effect“ war umwerfend, hattest du das erwartet oder konntet ihr damit rechnen, als ihr an dem Album gearbeitet habt?

   Na ja, Petra, man denkt an alles, aber nicht an die Presse. „Madeleine Effect“ ist in dem Sinne ein Konzeptalbum mit übergeordnetem Thema und wir schreiben in erster Linie Musik, die uns gefällt. Wie die Presse darauf reagiert ist uns zunächst einmalegal. Dennoch ist es sehr hilfreich und nötig, wenn du später mit einem guten Presse-Review werben und die Fans aufmerksam machen kannst. Aber der erste Gedanke ist, Musik zu machen, die wir wollen.

Und wie zufrieden seid ihr derzeit mit dem Erfolg des Albums, auch wenn es gerade erst anfängt? Ich habe jede Menge Reviews mit allerhöchster Punktzahl gelesen.

   Wir sind sehr zufrieden bisher und haben außerordentlich gute Resonanz. Auch hat uns unsere „Crowdfunding“-Aktion den großen Rückhalt gezeigt und dass wir eine starke Fangemeinde haben. Dafür noch einmal unseren Dank: „ihr seid große Klasse!“

„Madeleine Effect“ ist durch ein Crowdfunding-Projekt entstanden und ihr habt es wirklich geschafft, eine Summe von 11.352 Euro zu sammeln. War das anstrengend und könnt ihr diese Art der „Finanzierung“ anderen Bands empfehlen?

   Absolut, wir würden das auf jeden Fall empfehlen. Das war sehr anstrengend und sehr spannend. Jeden Tag schauten wir, was passierte und einmal war es auf einen Schlag sau viel und an einem anderen Tag stagnierte es wieder. Mit der Aktion haben wir zur Unterstützung eine Promo-Agentur beauftragt, das war sinnvoll.

Ist es nicht tragisch, dass Labels keine Vor-Investitionen mehr betreiben, wenn Bands solche großartigen Alben planen und umsetzen wollen? Sie verdienen doch später auch an den Verkäufen und Downloads.

   Es lehnt sich keiner mehr für dich aus dem Fenster. Die Labels, die wir kennen, machen 360°-Deals und auch nur dann, wenn keine Aufbauarbeit mehr zu leisten ist. Wir denken nicht, dass wir mit einem großen Label so autark wären wie wir sind. Wir wollen immer allerhöchstes Niveau, von der Musik bis zum Merchandise und wir wollen freie Hand. Und niemand zahlt mehr im Voraus für dich. Wir sind nicht so schnell und haben wenig Manpower, aber das, was wir machen, ist allerhöchstes Level. Der Warner/ Chappell Musikverlag hat uns geholfen und somit wird „Madeleine Effect“ im November auch auf Vinyl erscheinen. Zudem erscheint in knapp 4 Wochen ein Lyric-Video zu dem Song „Release My Body“ vom neuen Album, sowie im November ein Musikvideo und auch eine neue Tour ist in Planung.

Simon, ich zitiere dich einmal: „Extrahiere die Schönheit und Reinheit des Schmerzes, erkenne die Anarchie der Vergängnis und du wirst „Madeleine Effect“ verstehen.“ Was ist die Aussage und Ideologie, die hinter dem Album und den Songs steht? Was ist Ausdruck der Lyrics und wer schreibt sie?

   Das neue Album ist ein reines autobiographisches Album. Simon: Die Lyrics schreibe ausnahmslos ich. Auch habe ich „Madeleine Effect“ komponiert, arrangiert und produziert. Das in Zusammenarbeit mit Mirko Hofmann (Engineer, Co-Produzent, Mixing) von den Horus Sound Studios in Hannover.

Wie könnte man eurer Meinung nach dieses grandiose Album denn noch toppen? Schließlich will sich jede Band und jeder Musiker verbessern? 

   Diese Frage wurde uns schon nach dem ersten Album gestellt. Schwer zu beantworten, Petra, denn keiner kann prognostizieren und man macht Fehler, wenn man sich zu sehr unter Druck setzen lässt. Am besten, wir vergessen „Madeleine Effect“ wieder, lassen uns nicht beeinflussen und machen einfach unser Ding. Man darf sich nicht zwingen lassen. Man reift, sammelt Erfahrungen und kriegt jedes Mal mehr Routine – das merkt man schon zwischen unseren beiden Alben. Wir haben natürlich den Anspruch immer besser zu werden, das ist klar.

Die Band hat einen einzigartigen Sound, eine seltene Mischung und zeigt eine konsequente und doch zwischen allen Stühlen stehende Nuance. Damit erreicht ihr eine ziemlich breit gefächerte Zielgruppe, denn es ist für Jeden was dabei. Ihr tretet also in keine feste Nische, positioniert euch auch nicht in eine Richtung und bekommt so eine opulent-orchestrale und doch minimalistische Stärke gleichzeitig. Zeigt das die Facetten von Profimusikern und unterscheidet sie das?

   Simon: Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass Musiker, die weniger mannigfaltig sind, schlechter sind. Wichtig ist, open-minded zu sein und so verschieden, wie die einzelnen Individuen sind, deren Leben und Einflüsse auf die jeweiligen Leben oder auch der Bandmitglieder selbst, so unterschiedlich ist auch die Musik. In dieser Band hier sind Schmerz, Ängste und schon sehr viel Schwermut, aber wunderschön. Ich kann sagen, das ist meine Familie hier, wir haben uns gesucht und gefunden.

CRYPTEX war bereits mit großen Bands, wie „Pain of Salvation“, „Threshold“ oder als Vorband von „Alice Cooper“ on Stage und ihr habt über 200 Shows in mehr als 20 Ländern gespielt. Was steht nun auf dem Tourplan? Gibt es Verhandlungen derzeit, eine andere Band zu supporten oder auf einem Festival zu spielen?

   Im Sommer spielen wir das Altstadt-Festival in Salzgitter, weitere Festivals sind in Planung, das ist bisher aber noch nicht spruchreif. Es wird 10-12 Dates für unsere Madeleine EffectTour Part II im Rahmen der Vinyl-Veröffentlichung geben und im Herbst 2015/ Frühjahr 2016 hoffen wir, eine Support-Tournee spielen zu dürfen. Derzeit laufen die Verhandlungen.

Welche Ziele setzt ihr euch für die Zukunft?

   Kurzfristig kommen nun das Lyric-Video im Herbst und das Vinyl-Release von „Madeleine Effect.“ Die kommenden 6 Monate brauchen wir für die Organisation, für mehr Aufbauarbeit, der Suche nach neuen Partnern und zum Optimieren unserer Show. Eventuell setzen wir uns an ein neues Songwriting. Und wir möchten möglichst viele Länder bereisen.

Gebt mir einen Satz, der als Leitsatz für eure Musik steht.

Kopf aus, Herz an.“

Vielen Dank für dieses schöne Interview und weiterhin viel Erfolg und Spaß an der Musik.

   Vielen Dank auch an dich, Petra, es war toll. Danke.

 

© Petra M. Jansen

www.tool4spirit.de

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