Musikmesse Frankfurt 2016 und Prolight + Sound

Musikmesse Frankfurt 2016 und Prolight + Sound

Die Frankfurter Musikmesse punktet mit emotionalen Musikevents und erweitertem Händler-Angebot. In den vergangenen Tagen präsentierte sich Frankfurt als Hauptstadt der Musik- und Eventtechnikbranche. Knapp 110.000 (2015: 108.409) Besucher aus rund 130 Ländern kamen in den vergangenen Tagen auf das Frankfurter Messegelände, um auf den beiden internationalen Messen zu ordern, sich über Innovationen zu informieren und Produktneuheiten auszuprobieren.

Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Jean-Luc Valentin

Die Musikmesse und Prolight + Sound präsentierten sich in diesem Jahr erstmals mit neuem Konzept. Die Prolight + Sound tauschte mit der Musikmesse die Hallen sowie erweiterte Räume bei den Congress- und Außenflächen. Die Musikmesse selbst beschränkte sich auf die Hallen 8, 9, 11 mit den drei thematisch gestalteten Erlebnisbereichen “Classic meets Jazz”, “Rock meets Pop” und “Electro meets Recording”.

Mit 940 Ausstellern auf 85.000 Bruttoquadratmetern (2015: 920 Aussteller) wächst die Ausstellungsfläche der Prolight + Sound um 16 Prozent gegenüber 2015. „Eine Fachmesse in dieser Größe und mit dieser Internationalität gibt es nur in Frankfurt“, sagt Helge Leinemann, stellvertretender Vorsitzender beim Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e. V. (VPLT). Spiegelverkehrt und etwas verwirrend für die Besucher, die sichtlich irritiert erst einmal in der neu geschaffenen „Food-Meile“ und den gastronomischen Lounges ausruhen und die deutlich spürbare Wandlung verkraften mussten. Grund dafür sei die schwierige Marktsituation, die auch in Frankfurt spürbar ist, so die Messeleitung. Große Firmen wie Fender und Ibanez blieben fern und setzen auf andere Konzepte, zumal die Neuheiten kurze Zeit vorher bereits auf der NAMM präsentiert wurden.

Auf dem Freigelände herrschte Festivalstimmung – die Musikmesse Street Food Session präsentierte musikalische Erlebnisgastronomie der besonderen Art, dazu sorgten bekannte Künstler auf mehreren Bühnen für den richtigen Sound. Zahlreiche Stars waren im Rahmen des musikalischen Programms zu erleben: darunter der Elektro-Musiker Schiller, Ärzte-Bassist Rodrigo González, die Pop-Rocker Jupiter Jones, der aktuelle Bon Jovi-Gitarrist Phil X, die All-Star-Band The Dead Daisies sowie der Liedermacher Konstantin Wecker, der die Auszeichnung „Klavierspieler des Jahres“ entgegen nahm.

Al Jarreau (Quelle: Marina Chavez)

Vom 7. bis 10. April 2016 taucht Frankfurt am Main in ein Meer aus Tönen und Klängen. Erstmal wird die Musikmesse von einem Festival in der gesamten Stadt gerahmt, das nicht nur bekannte Stars in die Frankfurter Clubs, Bars und Konzerthallen bringt, sondern die Musik und das Musizieren in der Innenstadt erlebbar macht. Das Programm des neuen Musikmesse Festivals umfasst Auftritte von Weltstars, lokalen Größen und aufstrebenden Newcomern. Höhepunkte des mehr als 50 Konzerte umfassenden Angebotes sind unter anderem ein Auftritt von Jazz-Legende Al Jarreau zusammen mit der hr-Bigband, der BigCityBeats Birthday mit den schwedischen Star-DJs Axwell Λ Ingrosso, die Rockband Eisbrecher, der deutsche Pop-Poet Laith Al-Deen sowie die international erfolgreiche Electro-Formation Tube & Berger.

Die Konzerte des Musikmesse Festivals finden in vielen der größten und renommiertesten Event-Locations der Region statt. Mehr als 20.000 Musikfans besuchten die über 50 Konzerte im Rahmen des Musikmesse Festivals, das erstmalig parallel zur Musikmesse an über 30 Locations in Frankfurt stattfand. „Wir freuen uns sehr, dass das erste Musikmesse Festival so viele Menschen begeistern konnte. Das Konzept ist aufgegangen, die Musik in die Stadt zu tragen“, sagt Wolfgang Weyand, Leiter des Musikmesse Festivals.

Auch führende Aussteller ziehen ein erfreuliches Fazit. „Wir sind vom Verlauf und der Stimmung der Messe positiv überrascht. Die Frequenz der Fachhändler war an den ersten beiden Tagen gut und der Andrang der Endverbraucher nach Öffnung ‎an allen Tagen erwartet gut“, so Michael Stöver, Director Country Management, Yamaha Music Europe GmbH. Michael Kunz, Senior Product Manager, Kawai Europa GmbH, sagt: „Für uns hat das neue Konzept hervorragend funktioniert. Unser Ziel war es, sowohl Händler als auch Endverbraucher zu erreichen. Das hat auf der Musikmesse sehr gut funktioniert. Wir erleben hier eine Internationalität, wie es sie bei keiner vergleichbaren Veranstaltung gibt.“

Fazit der Musikmesse Frankfurt 2016: Man darf hoffen, dass nicht noch mehr große Hersteller fern bleiben und das Ganze nicht zu einer eher Privatbesucher-angehauchten Messe mit Unterhaltungsfaktor „Fan meets VIP“ ausufert. Partymeile und „public days“ inmitten des knallharten Musikbusiness zeigt zumindest eine Öffnung für die Allgemeinheit. Die „Business Hall“ als Verhandlungsraum für den Fachhandel zu separieren ist „good will“, aber nicht mehr das, was die Musikmesse für Musiker und letztendlich die Endverbraucher des Equipments und der Instrumente sein sollte. Clinics und Workshops der großen Firmen greifen das auf und bieten eine interessante Alternative.

Die nächste Musikmesse Frankfurt und Prolight + Sound findet im April 2017 statt.

 

© Petra M. Jansen

www.tool4spirit.de

Link Messe Frankfurt: http://www.messefrankfurt.com/frankfurt/de/besucher/welcome.html

 

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