Interview mit Oliver Peters – “5th Avenue”

Interview mit Oliver Peters, Sänger der Band 5th Avenue

von Petra M. Jansen

Oliver PetersOliver, ihr wart 1990 eine der ersten Bands, die in WACKEN aufgetreten sind und danach eine der Wenigen, die mehrfach geladen wurden. Insgesamt hattet ihr dort fünf Gigs. Nach 17 Jahren Sendepause startet ihr jetzt erneut durch. Was war der Anstoß für die „Wiedergeburt“ von 5th Avenue?
      Gekribbelt hat es ja die ganze Zeit schon, mir hat etwas gefehlt. Eigentlich wollte ich nie wieder Musik machen. Dann wollte ich wieder einen Song neu aufnehmen und die Frau unseres Drummers war die treibende Kraft, weiter zu machen. Wir fanden dann einen Übungsraum und hatten auch sehr schnell wieder einen Gig. So fing es an.

Ihr habt es ja damals geschafft, das KNUST innerhalb von 15 Minuten aus zu verkaufen. Erzähl mal ein bisschen von den früheren Erfolgen.
      Wir haben damals einfach nur viel Glück gehabt, waren Support von Pink Cream 69, die damals sehr angesagt waren und haben beim Oxmox-Wettbewerb teilgenommen. Ich weiß noch, wie wir im Backstage-Raum saßen und die damalige Bookerin vom KNUST reinkam und sagte „macht die Türen zu, wir sind ausverkauft.“ Danach hatten wir in Hamburg einen guten Namen, weil das keine Band ohne Label je zuvor geschafft hat – selbst R.E.M. nicht.

Mit welchen Bands war 5th Avenue bereits auf Tour?
      Oh, das waren u.a. Mamas Boys aus Irland, Plan B aus Berlin, die Little River Band aus Australien, DORO, Saxon, D-A-D und Katrina and the Waves.

1994 habt ihr einen Plattenvertrag bei Polydor unterzeichnet, euer Debutalbum wurde damals in den Goodnight L.A. Studios unter Regie von Roger Summers, der u. a. mit SAGA gearbeitet hat, eingespielt. Bei den Sendern und den Fans hattet ihr sehr, sehr großen Erfolg. Wie sieht es heute aus? Habt ihr wieder ein Label und was sind die Pläne der Band?
      Derzeit sind wir intensiv in Verhandlung mit einem kleinen Label in Hamburg und es sieht ziemlich gut aus, dass wir einen Vertrag über eine Single und ein Album unterschreiben werden, ich hätte aber auch nichts dagegen, dass wir es selbst machen. Rockmusik hat durchaus diese Freiheits-Attitüde.

Die Coverversion den Songs „Luca“ von Suzanne Vega erschien beim Label Polydor, stand in verschiedenen Charts auf Platz eins. Warum ist das Album bis heute nicht erschienen?
      Das ist eine gute Frage. Darauf haben wir leider selbst keine Antwort. Bei Polydor hat zwar damals der Manager gewechselt, aber es gab eigentlich keinen Grund für eine Nicht-Veröffentlichung. Das ist eines der großen Mysterien, dass dieses Album nicht erschienen ist. Kann ich auch nicht beantworten, Petra.

Am 2.12.2012 habt ihr euer Comeback-Konzert gegeben und jetzt wieder einige Gigs, u.a. bei der W:O:A Warm-up-Party im K17 in Berlin oder auf der MAX Bühne anlässlich der Kieler Woche. Wo werdet ihr 2013 noch spielen?
      Jetzt wollen wir erst einmal das neue Album fertig machen und dann die Single veröffentlichen. Dann spielen wir im Herbst wieder live, auch hier in Hamburg. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen die Bekanntgabe für was Größeres machen können und ganz sicher geht´s auch wieder nach Berlin. Berlin war großartig!

Oliver, du sagtest, 5th Avenue arbeitet an einem neuen Studioalbum. Werdet ihr härter, rockiger, softer? Geht die Produktion in eine neue Richtung oder können die Fans den satten Rock von früher erwarten?
      Wir haben bei diesem Album nur eine richtig neue Komposition. Ansonsten sind das die Songs, die die Leute hören wollen – give the people what they want. Musikalisch arbeiten wir mehr auf den Punkt, sind wesentlich druckvoller – das tut der Musik unheimlich gut. Es ist sehr spannend, schließlich haben wir eine neue Chemie.

Ihr hattet beim Neustart jetzt schon einige Schwierigkeiten, weil euch kurz vor dem Gig in Berlin der Keyboarder weggebrochen ist und ihr habt sehr schnell Ersatz gefunden. Bleibt er festes Bandmitglied oder in welcher Besetzung geht es nun mit 5th Avenue weiter?
      Er bleibt festes Bandmitglied und passt zu 5th Avenue wie die Faust auf´s Auge. Wichtig ist, dass es menschlich passt und die Atmosphäre ist derzeit so gut, dass wir in dieser Besetzung zusammen bleiben werden. Die Bindung innerhalb der Band ist sehr, sehr stark – wir sind wie Brüder, sind mehr als gute Freunde. Ich kann nicht mir jedem Musik machen, es muss passen, das Rundum-Sorglos-Paket sozusagen.

5th Avenue, OliverPetersWas ist die Ideologie, die hinter eurer Musik steht? Wollt ihr einfach nur gute Rockmusik machen oder euch in eine bestimmte Richtung positionieren?
      Die Band definiert sich über den Spaß, den wir haben und darüber, dieses Gefühl auf unser Publikum zu transportieren. Wir machen was sehr Eigenes und sind die einzige Band, die zwischen ABBA und AC/DC spielen könnte. Entscheidend ist, dass wir die Leute unterhalten, ihnen unsere Freude weitergeben können. Das, was wir machen, wollen wir weitergeben an unsere Fans.

Macht ihr Coversongs oder wird es nur noch eigene Songs geben? Wenn ja, wer komponiert und macht die Lyrics bei euch? Ist das ein Zusammenspiel aller Bandmitglieder?
      Wir wollen eigene Sachen machen. Ich mag es schon, Coversongs zu spielen und wir werden „Luca“ auch weiterhin im Live-Programm halten, aber es werden nur noch eigene Songs sein. Früher war ich für die Lyrics hauptverantwortlich, jetzt kann jeder von uns seine Ideen mit einbringen. Als Sänger musst du 100% hinter deiner Message stehen und das ist nur umzusetzen, wenn du mit den Komponisten und Bandmitgliedern absolut auf einer Wellenlänge liegst und sehr eng zusammen arbeitest. Derzeit komponieren unsere beiden Gitarristen, aber wir sind natürlich alle gleichberechtigt.

Du bist ein stimmgewaltiger und äußerst sympathischer Frontmann, Oliver. Hattest du eine Gesangsausbildung oder ist dir dieses Stimmvolumen in die Wiege gelegt worden?
      Ich muss für jeden Ton hart arbeiten, glaub mir. Ich war häufig an dem Punkt, wo ich sagte, da komm ich nicht mehr ran. Jetzt arbeite ich mit Andrés Balhorn in der Powervoice Akademie zusammen und ich arbeite sehr hart an meiner Stimme, um wieder dahin zu kommen, wo ich früher mal war.

Wie fühlt es sich an, nach so vielen Jahren wieder auf der Bühne zu stehen?
      Geil! Einfach geil! Es ist so, wie wenn dir etwas Wichtiges im Leben gefehlt hat, als ob dir ein Puzzle-Teilchen fehlte und dann ist es plötzlich wieder da. 5th Avenue … da hängt unheimlich viel Herzblut mit drin. Es ist einfach geil!

Wie ich gesehen habe, versucht ihr, das neue Album mit Hilfe von Startnext, ein Crowdfunding- Projekt, zu finanzieren. Ist das der neue Weg um Gelder für Produktionen mit Hilfe der Fans und Supporter zu bekommen und bewährt sich das?
      Wir mussten diese Aktion stoppen, weil wir ein Video drin hatten, was nicht ging. Man braucht ein bestimmtes Level, um das ins Laufen zu bringen und wir müssten ein neues Video einstellen. Dieses Projekt ist die Gegenrichtung zur industriellen Fertigkonserven-Richtung und es wird immer mehr Bands geben, die versuchen, ihre Produktionen unabhängig und eigenständig durchzuziehen. Die Labels haben es verpasst, Musik für Fans zu machen und hängen an dem Mainstream, der im Radio gesendet wird.

Was sind die Pläne für die Zukunft, Oliver? Mit welchen Bands würdet ihr gerne mal zusammen auf der Bühne stehen oder auf Tour gehen?
      Unser Keyboarder hat schon mit Deep Purple gespielt, was wollen wir größeres? Led Zeppelin wäre ein Traum, aber das wird wohl eher ein Traum bleiben. Eigentlich ist es egal, mit wem – Hauptsache, es macht Spaß. Ich lasse das offen, Petra, genieße jeden Moment, den ich mit 5th Avenue Musik mache. Es hat 17 Jahre an mir genagt, jetzt genieße ich und es ist egal, mit wem und wo. Wir wollen wieder auf die großen Festivals und auch wieder die Nummer 1 Live-Band in Hamburg werden.

Ihr habt gerade neue Live-Videos produziert und arbeitet an weiteren Songs und Videos. Wann und wo werden eure Fans das sehen können?
      Das wird bald auf unserem YouTube-Kanal und auf unserer Facebook-Bandpage veröffentlicht. Wir stehen dort in sehr engem und direktem Kontakt zu unserem Fans. Jeder, der 5th Avenue live gesehen hat, will uns auch mindestens ein zweites Mal sehen wollen.

Oliver, sag noch bitte, wo man 5th Avenue und auch die nächsten Auftrittstermine der Band finden kann. Auf welchen Portalen und Kanälen seid ihr vertreten?
      Ja, auf unserer Website www.5thavenue-hamburg.de , auf unserem eigenen YouTube-Kanal und der Facebook-Seite von 5th Avenue. Wir halten das sehr aktuell und unsere Fans finden Konzertdaten und News im Header der jeweiligen Seiten. Wenn unser neues CD-Material fertig ist, werden wir zusätzlich auf reverbnation und google+ zu finden sein.

Vielen Dank für dieses Interview, Oliver. Ich wünsche der Band viel Erfolg und dir persönlich alles Gute.

© Petra M. Jansen
www.tool4spirit.de

Link Homepage: http://www.5thavenue-hamburg.de/
Link YouTube: http://www.youtube.com/user/5thAvenueHamburg
Link facebook: https://www.facebook.com/5thAvenueHamburg?ref=ts&fref=ts

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