Interview mit Klaus Stein

Interview mit Klaus Stein in seinem Atelier

von Pierre Mathias

Klaus SteinKlaus, wie lebst du deine Kunst?
   Naja, siehste ja. Im Grunde ist das etwas, was ich mein Leben lang mit mir rumschleppe, das hat mit meinem Talent zu tun. Es ist die Art, mit der ich mich in der Öffentlichkeit artikulieren kann. Es ist mir wichtig, mich politisch einzubringen und die Malerei ist das Terrain, auf dem ich mich halt am besten bewegen kann.

Erkennst du dich in deinen Werken?
  Klar. Ich finde mich darin politisch wieder und zweitens habe ich Spaß am kreativen Handeln.

Denkst du an die Betrachter oder folgst du ausschließlich deinen Gefühlen?
   Ich ziehe den Betrachter nicht in Erwägung, den sehe ich nicht dabei. Ich beschäftige mich mit irgendwas und wenn ich das im Täglichen aufnehme, im Input, setze ich mich damit auseinander. Es ist wie ein Zweigespräch und ich diskutiere das aus. Wenn das dann fertig ist, ist auch das Thema für mich abgeschlossen.

Hat die Politik Einfluss auf deine Kunst und wenn ja, inwiefern?
   Es ist die Triebfeder zu den Bildern, es ist meine Art mich politisch auseinanderzusetzen und auch die Möglichkeit, mit anderen Menschen in eine Diskussion zu kommen – mit Themen, die uns alle betreffen. Das ist meine Art des Protests.

Wie stehst du zur Satire?
   Ich mag das Boshafte, das sich wie ein schlechter Witz entpuppt.

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Sind deine Wurzeln in dem deutschen Expressionismus zu finden?
   Nein.

Gehörst du überhaupt einer Schule an?
   Nein. Ich finde, dass die neue Sachlichkeit nicht nur damals eine Berechtigung hatte, sondern, dass sich Künstler auch heute die Freiheit nehmen sollten und sich nicht um aktuelle oder brisante Themen drücken dürfen. Ich bewege mich mit den Mitteln frei und nicht in eine vorgegebene Richtung. Ich mag es, wenn das Bild realistisch erkennbar ist und gleichzeitig einen freien Teil beinhaltet, in dem ich meine Malfreude ausleben kann. Ich teile mir das Bild in mehrere Teile ein.

Versetze dich in den Betrachter deiner Bilder – wie würdest du reagieren?
   Ich denke ich würde die sportliche Herausforderung mögen und die Aufforderung zur Diskussion annehmen.

Welche Vorkenntnisse sollte man haben, um deine Bilder zu verstehen?
   Ich möchte, dass der Betrachter den akademischen geprägten Grad auch verlassen kann und seine eigenen Vorstellungen mit einfließen lassen kann. Er soll sich auf eigene kreative Wege begeben.

Gibt es überhaupt die Schönheit in der Kunst oder gehört sie nur zur Subjektivität?
   Schön ist ein Bild dann, wenn der Sinn erkenntlich wird. Schönheit ist kein Kriterium für mich, Kunst muss reiben.

Können deine Bilder als Manifest eingestuft werden?
   Sie haben ein plakatives Moment und sind subjektive Aussagen. Ich will meine Meinung sagen und niemandem etwas vorschreiben.

Vielen Dank für das Interview, Klaus und ich wünsche dir weiterhin viel Anerkennung.

 

//pm

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