Blick in der „Küche“ eines Malers: Bernard Boissel

Der Brief von tool4spirit

Blick in der „Küche“ eines Malers: Bernard Boissel

Liebe Freunde,

keinem von uns ist eine Koch-Show im Fernsehen entgangen, auf allen Kanälen werden Rezepte verraten und vor der Kamera gezeigt, wie sie zu verwirklichen sind. Schön und gut, aber wir wetten, dass sie niemals genauso gut schmecken werden, wie im Restaurant des Meisters. Das Geheimnis: die Kunst kann sich nicht wiederholen, sie ist eng mit der Persönlichkeit des Schöpfers verbunden und die Individualität spielt dabei die erste Rolle. Das gilt nicht nur in der Küche sondern auch in allen Sparten der Kreativität, bestes Beispiel dafür ist der französische Maler Bernard Boissel. Wenn er mit einem Pinsel die Farbe auf die Leinwand aufträgt, ist dieser Vorgang eng mit seiner Art sich zu bewegen verbunden. Nur er kann sie beherrschen, es ist ihm angeboren.

Sie werden sich mit Sicherheit die Frage stellen, ob es unbedingt notwendig ist, die Arbeit eines Malers zu zeigen und ob nicht alleine das Bild von Bedeutung ist? Wir würden das mit gutem Gewissen mit nein antworten. Schon seit Jahrhunderten waren Atelierbesuche üblich, die großen Meister der Renaissance waren auf Auftragswerke angewiesen und mussten sich einfach vorstellen. Ein Fresko wurde nicht blind in Auftrag gegeben, der Mäzen wollte genau wissen, was entstehen würde und das Modell war noch längst keine Garantie. Die Frage stelle sich, wie es 1:1 verwirklicht werden sollte – der Pinselstrich ist in diesem Fall von größter Bedeutung. Heute braucht man die Tore seiner Kunstwerkstatt nicht mehr für jeden zu öffnen, das Medium Film kann dies teilweise ersetzen. „Le mystère Picasso“ wurde vom französischen Regisseur Henri-Georges Clouzot gedreht und gilt noch heute als Beispiel, wie solche Filme aussehen sollten. Eine unaufdringliche Herangehensweise, die nur einen Teil des Geheimnisses des Künstlers enthüllt, der Zuschauer soll sich selbst ein Bild machen können.

Bei Bernard Boissel haben wir uns dieses Prinzip angeeignet und uns als Ziel gesetzt, Interesse zu erwecken. Wir wollen, dass die Kunstliebhaber die Initiative aufnehmen, den Künstler zu treffen. Das kann sowohl durch seine Bilder als auch persönlich geschehen, denn ein Maler braucht den Kontakt zur Außenwelt. Er kann zwar in seinem stillen Kämmerlein agieren, aber auf die Dauer droht die seelische Einsamkeit. Der Film ist also der ideale Träger, um Menschen zusammen zu bringen. Was die Maler der Renaissance erkannt haben, kann sich somit wiederholen: die Begegnung! Und wenn uns dies gelingt, ist der Auftrag erfüllt.

Die Machart dieses Filmes ist auch gültig für andere Zweige der Kunst, ebenso für die Geschäftswelt. Das Publikum will immer genauer wissen, wer sich hinter einem Produkt versteckt. Die Anonymität, in die wir oft gezwungen werden, soll gesprengt werden – Gesichter sollen zum Vorschein kommen. Das tun wir, indem wir uns in die Welt eines Menschen und Künstlers versetzen und ihn vorstellen.

Und wie wäre es mit Ihnen?

In diesem Sinn,
Ihre Tooler

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